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Die Gämse mag sonnige Plätze

Die Gämsen sind an das Leben im Gebirge bestens angepasst. Sie bevorzugen Gebiete in der Nähe der Waldgrenze. Mit ihren bewährten Anpassungen an die kalte Jahreszeit können sie die unwirtlichen Zeiten im Winter überstehen.

Steile Hänge mit südöstlicher bis südwestlicher Ausrichtung sind beliebte Winterstandorte der Gämsen. Da liegt nicht viel Schnee weil dieser entweder abrutscht,  von der Sonne ausapert  oder vom Wind weggeblasen wird. An diesen Stellen finden die Gämsen ihre karge Nahrung. Wenn die Schneedecke nicht mehr zu dick ist, können die Gämsen mit den Vorderläufen den Weg wegscharren und so an die Nahrung gelangen.

Wichtig sind nahegelegene steile Felspartien, in denen sie geschützt ruhen können. Solch ideale Wintereinstände sind nicht so häufig. Deshalb sind die Gämsen bei der Wahl ihres Winterlebensraumes viel stärker eingeschränkt als im Sommer.

Gämseinstand im Sommer und im Winter

Abbildung 1:
Im Winter sind die Einstände der Gämsen viel kleiner als im Sommer.

Sommereinstand Sommereinstand
Wintereinstand Wintereinstand

Den ganzen Tag aktiv

Im Winter steht nicht viel Nahrung zur Verfügung und es ist mühsamer an die Nahrung heran zu kommen. Deshalb sind die Gämsen im Winter den ganzen Tag aktiv um genug Futter fressen zu können.  Im Sommer legen sie über Mittag eine längere Ruhephase ein und können trotzdem mehr Nahrung aufnehmen als im Winter.

In der kalten Jahreszeit verkleinern die Gämsen deshalb ihr Pansen-Volumen markant. Um das Wiederkauen aufrechtzuerhalten ist es ausgesprochen wichtig, dass ein minimaler Füllungsgrad des Pansens gewährleistet bleibt. Wenn der Magen kleiner ist, braucht es dafür auch eine geringere Nahrungsmenge. Eine regelmässige Nahrungsaufnahme ist deshalb zwingend. Dadurch sind Gämsen  zusätzlich sensibel für Störung.

Aktivität im Sommer und im Winter

Abbildung 2: Aktivität während dem Tag im Sommer und im Winter

Schwarz und dicht 

Im Herbst wechseln die Gämsen ihr leichtes helles Sommerfell gegen ein dichtes dunkles  Winterkleid mit langen Deckhaaren und darunter liegenden feinen Wollhaaren. Das schwarze Winterfell erwärmt sich schnell an der Sonne. Damit kann sich die Gämse passiv  durch die Sonnenstrahlen aufwärmen lassen. Das dichte Fell schützt die Tiere aber auch sehr gut vor Kälte. Wie gut es isoliert, kann man immer wieder an Gämsen sehen, die richtig eingeschneit sind. Der Schnee bleibt auf dem Fell liegen und schmilzt nicht weg.

Gämsbock

Gämsbock im dunklen Winterkleid

Gämsen-Spur